Hallo miteinander,
nachdem Udo hier schon öfter mal über die automatische Flugzeugsteuerung mittels KI-Piloten geschrieben hatte, und in einem Video vom YouTube-Kanal XBoxDach über die neuen MSFS-Features auch darüber berichtet worden ist, bin ich doch neugierig geworden und wollte mir das auch mal anschauen.
Zumal es auch geheißen hat, man könne damit auch etwas lernen fürs Fliegen.
Als erstes bin ich mit der Cessna 172 in Niederbayern von der kleinen Graspiste in der Nähe von Pfarrkirchen bis zum kleinen Flughafen Eggenfelden geflogen. Und zwar mit der Einstellung IFR unterer Luftraum. Die beiden Flughäfen sind gerade mal ca. 10 km voneinander entfernt.
Den Flug kann man hier anschauen, wenn man möchte:
KI-Flug Pfarrkirchen-Eggenfelden
Und die geflogene Strecke sieht laut Little NavMap so aus:
Gestern bin ich genau das Gleiche schon mal geflogen, hatte aber dabei noch nicht aufgenommen.
Die von der KI geflogene Strecke war die gleiche gewesen, nur die Landung war zwar alles andere als rund, aber - im Gegensatz zu der Landung im Video heute - auf der Landebahn gewesen und nicht daneben. Seltsam, oder? Gleiche Strecke, gleiche Einstellungen, gleiches Wetter. Aber unterschiedliche Landung. Da muss wohl auch ein Zufallsfaktor eine Rolle spielen, vielleicht um mehr Realismus einzubringen.
Dann bin ich die gleiche Strecke mit dem gleichen Flugzeug nochmal geflogen, diesmal aber in der Einstellung VFR Direkt-GPS.
Dadurch ergab sich folgende Flugstrecke. Die Landung war auch nicht perfekt, aber wenigstens wieder auf der Landebahn.
Den letzten Flug mit der KI habe ich mit einer Textron Aviation Cessna Citation Longitude von München nach Stuttgart diesmal der Einstellung IFR oberer Luftraum.
Hier ist das Video dazu:
Und diese Strecke wurde geflogen:
Was fällt auf?
Das Landen mit der Cessna 172 durch die KI ist verbesserungsbedürftig. Bis auf das Aufsetzen der Maschine selbst behaupte ich, dass selbst ich den Anflug besser hinbekomme.
Die tatsächlich geflogene Strecke im ersten Flug ist weitaus länger als die tatsächliche Strecke zwischen beiden Flughäfen.
Das könnte richtig und notwendig sein durch entsprechende Regeln beim Starten und Landen, über die ich nicht Bescheid weiß. Aber es kommt mir doch sehr viel vor, was das Flugzeug da zunächst einmal Richtung Nordosten geflogen ist, bevor es Richtung Eggenfelden im Westen unterwegs war.
Nur 10km Abstand der beiden Flughäfen ist wohl auch sehr kurz, besonders für die Einstellung IFR.
In der Einstellung GPS hat die Cessna nach dem Abflug zwar sofort Kurs auf Eggenfelden genommen, ist dort aber erst wieder eine Schleife geflogen, von deren Sinnhaftigkeit ich nicht völlig überzeugt bin.
Ich selbst wäre - wohl alle Regeln missachtend - einfach von der Graspiste losgeflogen und dann schnurstracks bis zum Eggenfeldener Flughafen geflogen und dort im Direktanflug wieder gelandet. Das bietet sich ja an. Wenn man von den Flugregeln keine Ahnung hat :-).
Ob die von der KI geflogenen Schleifen wirklich korrekt gemäß entsprechender Bestimmungen sind, kann ich nicht sagen. Aber es kommt mir nicht so vor.
Das Verhalten des Flugzeugs kam mir manchmal auch ein wenig seltsam vor. Wenn z.B. die Motordrehzahl während des Fluges manchmal kurz in den Leerlauf runtergeregelt wurde.
Dass beim Starten Bäume wenig Berücksichtigung finden, hatte ich erwartet. Das wäre wohl auch ein bisschen zuviel gewesen. Aber eigentlich gehört es dazu, dass man auch auf solche Hindernisse achten muss. Aber vielleicht kommt das noch.
Bei der Flugstrecke von München nach Stuttgart fällt dieser Schlenker in der Mitte auf.
Und wenn man das Video dazu anschaut, kann am Ende die Ausrollphase auf dem Flugplatz etwas seltsam wirken.
Ansonsten war die Landung perfekt, und es sind mir auch keine zusätzlichen Flugwege aufgefallen wie mit der Cessna in Niederbayern.
Gut, das braucht wohl kein Mensch. Aber ich war neugierig, was die KI am Ende genau macht. Das Flugzeug wurde mehrmals bis zum Stillstand verlangsamt, das Rollen hat sehr lang gedauert, und geparkt wurde es schließlich mitten in einem Service-Fahrzeug. Hier gibt es offensichtlich noch keine Interaktion zwischen Flugzeugen und solchen Objekten, keine Kollisionsabfrage.
Bei der sehr kurzen Strecke zwischen Pfarrkirchen und Eggenfelden habe ich es mir noch erklären können, dass die Landeklappen während des Fluges fast immer ein Stück weit ausgefahren waren. Aber zwischen München und Stuttgart kam es mir doch etwas lang vor. Oder ist das so in Ordnung?
Was genau ich jetzt aus diesen Erfahrungen lernen kann, ist mir noch nicht so ganz klar.
Aber Spaß gemacht hat es auf jedem Fall, sich mal nicht um das Fliegen kümmern zu müssen.
Als nächstes werde ich wohl mal schwierigere Flughäfen heraussuchen und schauen, ob die KI beim Landen eine Chance hat.
Mit Lukla in Nepal hab ich den Anfang gemacht. Starten war für die KI zunächst kein Problem. Als allerdings das Flugzeug in der Luft war, hat es eine saubere 180-Gradkurve gemacht, es allein wusste, warum es das tat, und ist dann gepflegt in den nächsten Berg gekracht. Die KI nimmt also nicht nur keine Rücksicht auf Bäume, auch Berge sieht sie nicht.
Bei der Landung dachte ich schon an das schlimmste, als das Flugzeug ziemlich hoch hereinkam und relativ spät auf der sehr kurzen Bahn aufsetzte. Aber das Flugzeug kam schnell zum Stehen. Nur mit der Schräglage der Landebahn hatte die KI wohl nicht gerechnet, als das Flugzeug erst rückwärts rollte und dann seitwärts durch einen Zaun sanft abgebremst wurde.
Wäre allerdings ein Berg beim Anflug im Weg gewesen, hätte es vermutlich anders ausgesehen.
Alles in allem aber bei so einem Flughafen - Gratulation! Mehr kann man wohl kaum erwarten.
LG Rüdiger