Es ist immer eine Interpretation von dem, was du wahrnimmst. Wie sonst könnte es sonst optische Täuschungen geben?
Eine Interpretation ist aber nicht die Wahrheit, die Wahrheit ist das, was wirklich ist.
Alles das was ist, ist eine gefilterte, interpretierte Wahrnehmung.
Nein, eben nicht. Das was ist ist das was ist und die Wahrnehmung dessen was ist ist die Wahrnehmung dessen was ist. Das was ist ist die Wahrheit, die Wahrnehmung ist die Wahrnehmung dessen was ist und nicht die Wahrheit selbst.
Es ist niemandem möglich, das Ganze wahrzunehmen.
Das Ganze, was zu definieren wäre, ist sicher nicht wahrzunehmen denn das würde bedeuten dass der Wahrnehmende allwissend wäre, da hast du Recht. Aber natürlich kann man auf begrenzte Felder fokussieren und einen Teil der Wahrheit sehen, zB die Ampel, die Grün oder Rot zeigt, dann ist die Wahrheit, dass die Ampel rot zeigt wenn sie rot zeigt und wenn jemand das sieht, dass die Amepl rot zeigt, wenn sie rot zeigt, dann deckt sich dessen Wahrnehmung mit der Wahrheit und man kann von Wissen reden.
Dein Beispiel mit der roten Ampel ist doch auch nur Interpretationssache. Nimm jemanden, der diesen Frequenzbereich gar nicht erfassen kann. Ist es dann auch für ihn die Wahrheit, was für dich Wahrheit ist? Was ist mit dem, der diesen Frequenzbereich als grün interpretiert? Ist deine Wahrheit dann auch seine?
Das ändert nichts an der Wahrheit. Wenn das rote Licht mit ebenseiner Frequenz leuchtet und jemand kann es nicht wahrnehmen ändert das nichts daran, dass das Licht mit ebendieser Frequenz leuchtet. Und, wenn jemand den Frequenzbereich 'rot' als 'grün' interpretiert, also grundsätzlich einfach rot als grün bezeichnet, ist das eine Frage der Definition. Es ist müßig und auch nicht zielführend, in philosophischen Dingen über Definitionsfragen zu streiten denn allgemein ist definiert, und das lernt jedes kleine Kind, das rot eben rot ist und grün eben grün und das ändert sich auch nicht wenn man das umdefiniert.
Ohne Filter-und Interpretationssystem würden wir relativ zügig vor der Flut an Wahrheit zugrunde gehen.
Nein, dan wären wir alle lediglich Autisten. Der entscheidende Filter ist der, vermeintlich relevantes von irrelevantem zu trennen und das ist für Autisten ein je nach Ausprägung mehr oder minder starkes Problem.
Insofern sind wir, zum Glück, alle ein bisschen Pippi Langstrumpf und machen uns die Welt, wie sie uns gefällt.
Das führt dann logischerweise in die maximale Spaltung der Menschen da ja, wo keine Wahrheit ist auch keine gesucht wird und jeder einfach glaubt was er möchte ohne das jemals zu hinterfragen. Die Konsequenzen kann man auch ganz deutlich an unserer gesellschaft erkennen, wo wirklich jeder gegen jeden in Stellung gebracht werden kann, Alte gegen Junge, Heteros gegen Homos, Frauen gegen Männer, Linke, gegen Rechte, Arme gegen reiche, Arbeitende gegen Arbeitslose und so weiter. Alle haben sie natürlich Recht und die anderen sind im Unrecht (hier passt das schon wieder logisch nicht) und es braucht daher auch kein Gespräch, man nimmt den Gegenüber nicht ernst und tituliert ihn als Spinner, Verschwörungtheoretiker, Sexist, Rassist, Kommunist, linke Zecke, Nazi oder was eben passt bei gleichzeitiger Abwertung und Entrechtung (siehe auch "Covidiot" sei keine Beleidigung, oder dramatischer "Drecksfotze" sei keine Beleidigung). Das ist der direkte Weg in eine faschistische Gesellschaft, wenn Faschismus auf sein Grundprinzip zurückgeführt wird (Faschismus = die Ablehnung der Annahme, dass alle Menschen prinzipiell gleichwertig sind).
Die Pippi-Langstrumpf-Methode ist natürlich eine tolle Sache für Opportunisten, Narzissten, Soziopathen und Psychopathen, denen außer ihren eigenen Anliegen eigentlich alles am Allerwertesten vorbei geht.
hoffentlich !
Wenn's dich stört gibt es dafür ein paar einfache aber sehr wirksame Lösungen:
- Inhalte, die dich nicht interessieren, einfach überspringen, nicht lesen (so mache ich das)
- Das Board bietet die Möglichkeit, User und deren Inhalte zu blockieren, so dass sie dir nicht mehr angezeigt werden
Ich hatte aber auch eigentlich nicht vor, hier eine philosophische Abhandlung aufzumachen, da aber wegen meiner Aussage 'ich zieh mich aus dieser Diskussion zurück' nachgefragt wurde und diese Aussage auch offensichtlich nicht so verstanden wurde, wie ich sie gemeint habe, sah ich Bedarf das aufzuklären.
Ich habe nun auch eigentlich zum Thema alles meiner Ansicht nach Relevante geäußert und muss da nun eigentlich nichts mehr zu sagen - es macht schlicht keinen Sinn das weiter aufzudröseln solange mein Gegenüber glaubt, dass es keine Wahrheit gibt denn wir reden dann so oder so nur aneinander vorbei (ohne Wahrheit kann man auch nicht über dasselbe Reden und man MUSS sich letztlich missverstehen).
Und hier schließt sich dann auch der Kreis.
Amen
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